Agiles Projektmanagement in der Versicherungsbranche

Mit unserer Practice Business Analyse unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und digitale Produkte und Services entsprechend den Bedürfnissen der Nutzer zu gestalten. Nicola Crimi ist seit mehr als einem Jahr als Business Analyst und Product Owner bei einem grossen Schweizer Versicherer unterwegs.

Seit über einem Jahr darf ich ein grosses Schweizer Versicherungsunternehmen bei seinem Digitalisierungsvorhaben unterstützen, wobei sich unsere Tätigkeiten in einen Analyse- und einen Umsetzungsteil aufteilen. Die Unternehmung hat sich zudem dem Framework SAFe verschrieben, agiles Vorgehen ist also Pflicht!

Der Analysepart startet anfänglich mit zum Teil vagen Projektentwürfen oder Ideen, welche an uns herangetragen werden. Zumeist sind das analoge Prozesse oder Verbesserungsvorschläge, welche auf eine sinnvolle und effiziente Art und Weise digitalisiert werden sollen. Im Fokus stehen primär das Kundenbedürfnis und die interne Optimierung von bestehenden Abläufen. Die zu analysierenden Prozesse sind unterschiedlich komplex und korrelieren direkt mit der initialen Phase «Verstehen». Diese Phase kann für komplexe und übergreifende Prozesse mehrere Wochen dauern und beinhaltet meistens den intensiven Austausch mit Stakeholdern und Experten.

Erst wenn ein gemeinsames Verständnis vorhanden ist, kann die nächste Phase «Konzeption» eingeläutet werden; dann folgt der «Rückzug in die dunkle Kammer» mit dem Designteam. Hier geht es um die konkrete und iterative Erarbeitung des neuen Prozesses. Dafür kommen verschiedenste Hilfsmittel zum Einsatz, beispielsweise Modellierungssprachen (UML/BPMN), um den Prozess- bzw. den Informationsfluss eindeutig festzuhalten, aber auch Visualisierungstools für das Erstellen von Wireframes, um Ideen optisch zu konkretisieren. Diese sind vor allem wichtig für das Expectation Management mit den betroffenen Stakeholdern.

Die Konzeptionsphase ist die entscheidende Phase, welche sich je nach Prozessanwendung auch zu einer politischen Angelegenheit entwickeln kann. Als Business Analyst sollte man dies möglichst vermeiden, da eine optimale Lösung unter Einbezug aller gegebenen Ansprüche und Ressourcen angestrebt wird. Die Zusammensetzung der in dieser Phase Beteiligten ist von zentraler Bedeutung und entscheidend, wenn es darum geht, möglichst schnell in die nächste Phase einsteigen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt, einen versierten Entwickler miteinzubeziehen, um früh die technischen Machbarkeiten analysieren zu können.

Nach der Konzeption folgt die Sozialisierung: Aus der dunklen Kammer hinaus und direkt auf die grosse Bühne. Der konzeptionell finale Prozess wird mit allen Beteiligten aus dem Business ein letztes Mal verifiziert, bevor der nächste Schritt in die Informatik angetreten wird. Hier wird das Konzept auf Herz und Nieren geprüft und sämtliche Edge Cases werden durchgespielt. Wenn das Konzept wasserdicht ist, setzen die Teams zum User Story-Schnitt an. Dabei unterteilen sie das Konzept in technisch leicht übertragbare Schritte und planen die Umsetzungsarbeiten in Koordination mit den anderen Teams ein. Der Analyseteil ist damit erfolgreich abgeschlossen.

Der Umsetzungsteil startet mit der ersten gezogenen User Story aus den Teambacklogs (Arbeitsvorräte) der Informatikteams. In diesem Moment wechselt meine Funktion vom Business Analysten zum Product Owner. Als PO bin ich aktiv in Umsetzungsarbeiten miteinbezogen und setze somit Projekte um, die sich direkt oder indirekt um Berechtigungen/Einschränkungen von externen Benutzern (also Kunden) handeln. Dies erfordert gerade in einem Versicherungsunternehmen präzises Arbeiten, da mit besonders schützenswerten Daten umgegangen wird. In erster Linie bin ich zusammen mit meinem Entwicklerteam verantwortlich, ein modernes und benutzerorientiertes EIAM der Organisation zur Verfügung zu stellen, damit diese flexibel und effizient auf unterschiedliche Projektanforderungen reagieren können.

Mein Aufgabenbereich ist vielschichtig und nicht selten beinhaltet die Doppelrolle Zielkonflikte. Projektanforderungen, welche die spezifischen Kundenbedürfnisse abdecken, aber aus «Product Owner»-Perspektive zu weiteren technischen Edge Cases führen, sollen möglichst vermieden werden. Gleichzeitig ist mir als Business Analyst die Sicht aus der Kundenperspektive ebenfalls ein grosses Anliegen. Ein Drahtseilakt, der eine Prise technischen Knowhows, Agilität und Empathie erfordert.

La Bella Consulting sieht Veränderungen als Chance und unterstützt Kunden methodisch in der Gestaltung von innovativen Produkten und Services. Das umsetzungsstarke und innovative Beraterteam legt Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit seinen Kunden. Das Ergebnis sind nachhaltige Lösungen mit denen sie Ihrer Zukunft einen Schritt voraus sind.

 

16. März 2021 / Nicola Crimi