Wie Versicherungsunternehmen ihre Innovationsfähigkeit sicherstellen

Wie bleibe ich innovativ? Das ist die Schlüsselfrage für jedes Unternehmen, das angesichts globaler Megatrends wie der Digitalisierung und der Entwicklung zur Wissensgesellschaft bestehen will. Dies gilt auch für den Versicherungsmarkt. Unternehmen sind konfrontiert mit zunehmender Wettbewerbsintensität und veränderten Kundenbedürfnissen.

Für Viele ist Innovation ein Geistesblitz, der den Glücklichen mehr oder weniger zufällig trifft. Andere wiederum schreiben den genialen Einfall einer besonders visionären Persönlichkeit zu, die ihre Idee nicht nur entwickelt, sondern auch zielgerichtet umsetzt und zur Marktreife bringt. Oft wird übersehen, dass es sich bei der Innovationsfähigkeit selten um Begabung oder Glück eines Einzelnen, sondern um eine Kernkompetenz der Unternehmen handelt. Sie fördern Innovation auf allen Stufen, erkennen das Potential von Ideen und entwickeln sie konsequent zu marktfähigen Lösungen. Doch wie machen sie das?

Kleine und flexible Einheiten

Insurtechs oder Startups sind im Vorteil. Sie sind klein und profitieren damit von kurzen Kommunikationswegen und flachen Hierarchien. Die Mitarbeiter haben häufig mehr Freiräume zur Entwicklung eigener Ideen, und die Organisation ist im besten Fall beweglich genug, dass gute Initiativen nicht auf halber Strecke stehenbleiben, sondern zügig umgesetzt werden.

Globale Versicherungskonzerne hingegen müssen ihre Innovationsfähigkeit auf andere Weise sicherstellen. Meist setzen sie auf kleinere, bewegliche Einheiten, die in ihrer Struktur der agileren Konkurrenz gleichen. Verschiedene Schweizer Versicherer haben in den letzten Jahren eigene Innovation Labs aufgebaut, die mit neuen Technologien und alternativen Formen der Kundenkommunikation experimentieren. Der Aufbau interner Startups oder die Beteiligung an Startup-Programmen sind weitere Möglichkeiten.

Einkauf von Ideen

Auch in der Innovation stellt sich die Frage: Make or buy? Für grössere Unternehmen ist die Antwort oft der Zukauf von oder die Zusammenarbeit mit kleineren Unternehmen, um von deren Innovationsfähigkeit zu profitieren. So arbeitet der Versicherungskonzern Ageas bereits seit mehreren Jahren gezielt mit Unternehmen aus der Technologiebranche an Lösungen, die für beide Seiten gewinnversprechend sind. Durch eine solche „Third party collaboration» baut der Versicherer nicht nur eigenes technisches Know-how auf, sondern profitiert auch von der Schnelligkeit und Beweglichkeit der Partner, die für ihn die Treiber von Innovation und Wandel sind.

Fehlerkultur als entscheidender Faktor

Die Innovationsfähigkeit einer Organisation bemisst sich allerdings nicht nur an ihrer Kompetenz, die Kreativität und Agilität anderer Firmen zu vereinnahmen und zu kopieren, sondern auch an ihrer eigenen Kultur. Um Innovation innerhalb der Firma zu ermöglichen und den Innovationsprozess lebendig zu halten, braucht es Raum für Experimente, Beweglichkeit im Denken und Risikobereitschaft.

Es ist entscheidend, innerhalb der Firma eine Kultur zu etablieren, die Fehler nicht nur zulässt, sondern es auch ermöglicht, aus ihnen zu lernen und neue Anläufe zu wagen. Nur unter solchen Voraussetzungen kann eine Organisation sicherstellen, dass visionäre Einfälle nicht verpuffen, sondern zu strategischen Initiativen werden, die das Unternehmen weiterbringen.

 

La Bella Consulting sieht Veränderungen als Chance und unterstützt Kunden methodisch in der Gestaltung von innovativen Produkten und Services. Das umsetzungsstarke und innovative Beraterteam legt Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit ihren Kunden. Das Ergebnis sind nachhaltige Lösungen mit denen sie ihrer Zukunft einen Schritt voraus sind.

30. September 2018 / Dr. Maria-Elisabeth Heinzer